Pressemitteilung NRWZ: Frauenhaus Landkreis Rottweil: Symbolischer Spatenstich
Ein Frauenhaus ist ein Ort des Schutzes für Frauen und ihre Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Mit einem symbolischen Spatenstich wurde nun ein weiterer wichtiger Schritt zur Realisierung eines solchen Schutzortes im Landkreis Rottweil gegangen. Der Termin fand bewusst an einem neutralen Ort auf dem Gelände der Stiftung St. Franziskus in Heiligenbronn statt, die Trägerin des Frauenhauses ist. Der tatsächliche Bauort wird aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich bekannt gemacht.
Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamts hervor. Demnach laufen die Planungen für das Frauenhaus bereits seit Längerem – der Weg bis zum Spatenstich war entsprechend weit. „Umso mehr freue ich mich, dass der Auftakt für dieses wichtige Projekt jetzt stattfinden kann“, so Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel. Sein Dank galt allen Beteiligten, die mit erheblichem Engagement an der Realisierung des Projekts mitgewirkt haben. Neben dem Landrat und Sozialdezernentin Angela Jetter nahmen unter anderem die Vorstände der Stiftung St. Franziskus, Stefan Guhl und Andrea Weidemann, teil. Es nahmen auch Vertreterinnen der Beratungsstelle Frauen helfen Frauen + AUSWEGE e. V. sowie weitere Projektbeteiligte teil.
Zu Beginn des Termins ordnete Matthias Ries, Leiter des Geschäftsbereichs Kinder- und Jugendhilfe der Stiftung St. Franziskus, die Bedeutung des Projekts ein. Gewalt gegen Frauen sei weiterhin ein bedeutsames gesellschaftliches Problem, gleichzeitig fehlten bundesweit zahlreiche Frauenhausplätze. Das Frauenhaus im Landkreis Rottweil solle Frauen und Kindern einen sicheren Ort bieten und neue Perspektiven eröffnen. In rund 70 Prozent der Fälle häuslicher Gewalt seien auch Kinder betroffen, weshalb die Kinder- und Jugendhilfe der Stiftung von Beginn an eng in das Projekt eingebunden sei.
Im Anschluss daran vollzog Sr. Dorothea Thomalla, Generaloberin des Klosters Heiligenbronn, den symbolischen Spatenstich. In ihrem Impuls stellte sie den Bezug zur biblischen Geschichte „Jesus und die Ehebrecherin“ (Joh 8,1–11) her, in der Schutz, Barmherzigkeit und der Verzicht auf Verurteilung im Mittelpunkt stehen – Werte, die auch dem Frauenhaus zugrunde liegen.
Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel unterstrich die besondere Rolle der Stiftung St. Franziskus für den Landkreis: „Charisma und Qualität gehören bei der Stiftung St. Franziskus untrennbar zusammen. Deshalb ist das Frauenhaus dort in den besten Händen, um Frauen und Kindern Schutz zu bieten.“ Möglich wird die Umsetzung insbesondere durch die Landesförderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Zusätzlich unterstützt Aktion Mensch das Projekt mit weiteren 120.000 Euro, vor allem in den Bereichen Schutz und Prävention.
„Wenn alle Schritte wie geplant umgesetzt werden können, rechnen wir mit einer Inbetriebnahme des Frauenhauses Ende 2027“, so Michael Wühr, Leiter des Unternehmensbereichs Bau- und Gebäudemanagement.