Stiftung St. Franziskus trifft die Bundestagsabgeord-nete Maria-Lena Weiss in Spaichingen

Die Vorstände der Stiftung St. Franziskus haben die Bundestagsabgeordnete Maria-Lena Weiss (CDU) im Altenzentrum St. Josef in Spaichingen getroffen, um sich mit ihr über notwendige politische Rahmenbedingungen aufgrund der aktuellen Herausforderungen sozialer Einrichtungen auszutauschen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Fragen der Finanzierung, der Bürokratiebelastung, der Digitalisierung sowie der Fachkräftegewinnung.

Ein zentrales Anliegen der Stiftung ist der erhebliche Investitions- und Sanierungsbedarf ihrer Gebäude, um diese künftig auf einen energieeffizienten Standard zu bringen. Die Vorstände Andrea Weidemann und Stefan Guhl machten deutlich, dass entsprechende Maßnahmen aus der regulären Finanzierung über die bestehenden Entgeltsysteme nicht zu leisten seien. Ohne gezielte Förder- und Zuschussprogramme von Bund und Ländern werde es kaum möglich sein, die notwendigen energetischen Modernisierungen umzusetzen.

Auch die zunehmende Bürokratiebelastung im Sozialwesen war ein wichtiges Thema des Austauschs. Maria-Lena Weiss zeigte Verständnis für die geschilderten Herausforderungen und betonte die Notwendigkeit von Entlastungen, die jedoch im politischen Umfeld nicht einfach zu erreichen seien. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass bereits kleinere Schritte spürbare Verbesserungen bringen könnten. Sie signalisierte ihre Bereitschaft, konkrete Vorschläge zur Reduzierung punktueller Bürokratiebelastungen in kommende Gesetzgebungsverfahren einzubringen.

Darüber hinaus ging es um grundlegende Reformfragen im Sozialbereich. Mit Blick auf die Empfehlungen der Kommission zur Sozialstaatsreform bestand Einigkeit darüber, dass weniger ein Erkenntnis-, als vielmehr ein Umsetzungsproblem bestehe. Seitens der Stiftung wurde geschildert, dass Reformprozesse derzeit vielerorts nicht mit der notwendigen Geschwindigkeit und Veränderungsbereitschaft vorankämen. Auch die bisherigen Ergebnisse des bundesweiten „Dialogprozesses zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe“ wurden in diesem Zusammenhang als eher zurückhaltend bewertet.

Eng damit verknüpft sind Fragen der Verwaltungsvereinfachung und Digitalisierung. Beide Seiten waren sich einig, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Damit Verwaltungen den digitalen Wandel tatsächlich gestalten können, brauche es jedoch nicht nur digitaltaugliche gesetzliche Regelungen, sondern auch eine entsprechende finanzielle Ausstattung der Kommunen bzw. der Landkreise.

Ein weiterer Punkt war die Gewinnung internationaler Fachkräfte. Die Stiftung schilderte die hohen Hürden bei Visaverfahren sowie bei der Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen. Hinzu komme, dass Verfahren und Bearbeitungszeiten je nach Ausländerbehörde stark variieren. Angesichts des Fachkräftemangels im sozialen Bereich seien daher deutlich effizientere und einheitlichere Verfahren notwendig.

Die Stiftung St. Franziskus dankte Maria-Lena Weiss für den konstruktiven und offenen Austausch. Gespräche dieser Art seien für soziale Träger von großer Bedeutung, um konkrete Herausforderungen aus der Praxis sichtbar zu machen und gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen.

Zu einem fachlichen Gespräch über aktuelle Herausforderungen sozialer Einrichtungen traf sich Bundestagsabgeordnete Maria-Lena Weiss (CDU, Mitte) mit den Stiftungsvorständen Andrea Weidemann (links) und Stefan Guhl (rechts) im Altenzentrum St. Josef in Spaichingen.
Zu einem fachlichen Gespräch über aktuelle Herausforderungen sozialer Einrichtungen traf sich Bundestagsabgeordnete Maria-Lena Weiss (CDU, Mitte) mit den Stiftungsvorständen Andrea Weidemann (links) und Stefan Guhl (rechts) im Altenzentrum St. Josef in Spaichingen.
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