Das Franziskusheim in Villingen-Schwenningen der Stiftung St. Franziskus feiert im Jahr 2026 sein 100-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „100 Jahre Franziskusheim – Wo Jung und Alt sich begegnen“ lädt die Stiftung St. Franziskus am Samstag, 20. Juni 2026, ab 10.30 Uhr in das Franziskusheim in der Neckarstraße 69/71 ein. Der Jubiläumstag beginnt mit einem gemeinsamen Gottesdienst, der von den Kindertagesstätten mitgestaltet wird. Anschließend ist ein Programm für Bewohnerinnen und Bewohner, Kinder, Familien, Angehörige, Mitarbeitende, Ehrenamtliche sowie interessierte Gäste geplant.
Die Geschichte des Franziskusheims reicht bis in das Jahr 1926 zurück. Am 11. November 1926 kauften die Franziskanerinnen von Bonlanden auf Initiative des katholischen Oberlehrers und Stadtrats August Handschuh die stillgelegte Uhrenfabrik der DUFA (Deutsche Uhrenfabrik AG) mit der ehemaligen Wirtschaft „König Karl“ in der Neckarstraße zur Errichtung einer Frauenarbeitsschule. Aus Anlass des 700. Todestags des heiligen Franziskus erhielt das Haus seinen Namen. Wenige Wochen später, am 22. November 1926, zogen die ersten fünf Ordensschwestern ein und begannen mit den Umbauarbeiten.
Am 10. Januar 1927 wurde das Franziskusheim durch Bischof Johannes Baptista Sproll geweiht. Die damalige Oberin formulierte den Wunsch, das Haus möge „vielen ein schützendes Obdach für den Leib und die Seele bieten“. Dieser Gedanke begleitet die Arbeit des Franziskusheims bis heute. In den ersten Jahrzehnten entstanden unter anderem eine Nähschule, eine Haushaltsschule, ein Mädchenwohnheim, ein Bezirkskinderheim sowie später eine staatlich anerkannte Säuglingspflegeschule.
Im Lauf der Jahrzehnte wandelte sich das Franziskusheim immer wieder entsprechend den gesellschaftlichen Bedarfen. Neben Angeboten für Kinder und junge Frauen prägten zeitweise ein Kinderkrankenhaus, eine Kinderkrankenpflegeschule, Kindergartenangebote und ein Kinderheim das Haus. 1988 wurde das Franziskusheim zu einem Haus für Kinder und Senioren weiterentwickelt: Das Alten- und Altenpflegeheim wurde eröffnet, Begegnungen zwischen „Jung und Alt“ wurden fester Bestandteil des Alltags.
Auch die Seniorentagespflege gehört seit vielen Jahren zum Profil des Hauses. Sie wurde im Oktober 1995 als erste Einrichtung dieser Art im Schwarzwald-Baar-Kreis eröffnet. Ältere Menschen, die weiterhin zu Hause leben, erhalten dort Betreuung, Unterstützung und Angebote zur Tagesgestaltung. Im Jahr 2025 konnte die Seniorentagespflege ihr 30-jähriges Bestehen feiern.
1999 zeigte sich, dass die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe mit flexiblen Angebotsformen im bestehenden Gebäude des Franziskusheims nicht möglich war. Im Zuge einer Neukonzeption übergaben die Franziskanerinnen von Bonlanden die Trägerschaft für das Kinderheim an die Stiftung St. Franziskus. Diese errichtete in einem Neubau das Kinder- und Familienzentrum „David-Fuchs-Haus“ in Villingen, das am 15. November 2002 eingeweiht wurde.
Heute vereint das Franziskusheim ein Altenzentrum, eine Seniorentagespflege und eine Kindertagesstätte. Seit dem 1. Januar 2020 liegt die Trägerschaft bei der Stiftung St. Franziskus. Das Jubiläum nimmt die Einrichtung zum Anlass, auf ein Jahrhundert sozialer, pädagogischer und pflegerischer Arbeit zurückzublicken und zugleich die Begegnung der Generationen in den Mittelpunkt zu stellen.
Beim Jubiläumstag am 20. Juni erwartet die Besucherinnen und Besucher im Anschluss an den Gottesdienst ein abwechslungsreiches Programm. Vorgesehen sind unter anderem Beiträge der Generationenbrücke, Zirkus Confetti und des Marinechors. Für Kinder gibt es Angebote wie Kinderschminken und Hüpfburg. Außerdem werden Speisen und Getränke, Kaffee und Kuchen sowie Zuckerwatte angeboten.