Stiftung St. Franziskus unterstützt die Kampagne „Nicht am Menschen sparen“ und setzt sich für bessere Rahmenbedingungen in der sozialen Arbeit ein

Weniger Bürokratie, mehr Zeit für Menschen und die Sicherung sozialer Leistungen: Dafür setzt sich die Kampagne „Nicht am Menschen sparen“ ein. Inzwischen haben sich 52 Einrichtungen und 15 Verbände dem Bündnis angeschlossen. Auch die Stiftung St. Franziskus unterstützt die Initiative.

Die Kampagne macht öffentlich auf politische und strukturelle Entwicklungen aufmerksam, die die Zukunft der sozialen Arbeit erheblich beeinträchtigen können. Für die Stiftung St. Franziskus ist dieses öffentliche Engagement eine wichtige Säule ihres Einsatzes für verlässliche soziale Strukturen. Hierzu sucht die Stiftung regelmäßig den direkten politischen Dialog. In den Regionen, in denen sie für und mit Menschen arbeitet, steht sie regelmäßig im Austausch mit Landräten, Sozialdezernenten sowie Verantwortlichen aus der Landes- und Bundespolitik. Ziel ist es, auf Herausforderungen aus der Praxis aufmerksam zu machen und gemeinsam konkrete Verbesserungen der Rahmenbedingungen sozialer Arbeit voranzubringen.

Andrea Weidemann, Vorständin der Stiftung St. Franziskus, bringt auf den Punkt, worum es dabei geht: „Der Sozialstaat ist eine der größten Errungenschaften unserer Zeit. Er schafft Sicherheit, ermöglicht Teilhabe und ist ein zentraler Grundpfeiler unserer Demokratie. Gleichzeitig organisieren wir unseren Sozialstaat kaputt. Wir sprechen seit Jahren über Bürokratieabbau, wir müssen es aber auch tun.“ Es brauche dringend einfachere und somit verständliche Verfahren. Außerdem müssen doppelte, überbordende und oft unnötige Dokumentations- und Nachweispflichten gestrichen werden. Und um das vorhandene Umsetzungsproblem aufzulösen, brauche es vor allem auch einen Kulturwandel: weg von übermäßigem Misstrauen und hin zu mehr Vertrauen in die Menschen und Organisationen. „Wir wollen konkrete Veränderungen anstoßen und dazu beitragen, unseren Sozialstaat zukunftsfähig zu machen. Dazu gehört auch, das Subsidiaritätsprinzip ernst zu nehmen: ein Staat, der unterstützt statt bevormundet, der ermöglicht statt verhindert und der Verantwortung dort stärkt, wo Menschen unmittelbar leben und wirken.“

Worum es konkret geht

Die öffentlichen Haushalte stehen unter erheblichem Druck. Gleichzeitig sind viele Menschen auf soziale Unterstützung und verlässliche Angebote angewiesen. Einsparungen im sozialen Bereich können deshalb gerade diejenigen treffen, die Unterstützung besonders brauchen.

Hinzu kommt eine weitere Herausforderung: In sozialen Einrichtungen fließen erhebliche Zeit und Ressourcen in Bürokratie, komplizierte Verfahren, unterschiedliche Vorgaben und teilweise doppelte Dokumentationen. Diese Ressourcen fehlen an anderer Stelle – vor allem in der unmittelbaren Arbeit mit den Menschen.

Genau hier setzt „Nicht am Menschen sparen“ an. Die Kampagne fordert: weniger Bürokratie, mehr Zeit für Menschen und die Sicherung sozialer Leistungen. Dabei bleibt es nicht bei Forderungen. Die Initiative zeigt konkrete Lösungsansätze auf. Dazu gehören beispielsweise besser vernetzte digitale Prozesse, weniger Mehrfacherfassungen, einheitlichere Standards und einfachere Verfahren. Mitarbeitende und Verwaltungen sollen dadurch entlastet und wertvolle Ressourcen für die eigentliche soziale Arbeit freigesetzt werden.

Gute soziale Arbeit braucht Zeit für Menschen

Wer jeden Tag für und mit Menschen arbeitet, weiß: Gute soziale Arbeit braucht vor allem eines: Zeit für Menschen. Zeit für Begegnung. Für Begleitung und Unterstützung. Für Bildung, Pflege und Assistenz. Für ein offenes Ohr. Und für all die kleinen und großen Dinge, die sich nicht in Formularen, Nachweisen und Kennzahlen abbilden lassen.

Deshalb betrifft die Botschaft der Kampagne nicht allein soziale Einrichtungen und ihre Mitarbeitenden. Es geht um die Frage, wie soziale Unterstützung auch in Zukunft verlässlich gestaltet und finanziert werden kann. Wenn über Einsparungen und Entlastungen gesprochen wird, sollte deshalb nicht bei den Menschen angesetzt werden. Stattdessen gilt es, genau hinzuschauen: Wo können Strukturen einfacher werden? Wo lässt sich Bürokratie abbauen? Und wo entsteht dadurch wieder mehr Raum für die eigentliche Aufgabe sozialer Arbeit? Während gleichzeitig auch Standards kritisch hinterfragt werden müssen. 

Petition: Gemeinsam ein Zeichen setzen

Ein wichtiger Bestandteil der Kampagne ist eine Petition. Mit möglichst vielen Unterschriften soll sichtbar werden, wie viele Menschen das Anliegen unterstützen und gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen Veränderungen anstoßen wollen.

Die Stiftung St. Franziskus ruft deshalb dazu auf, die Petition „Nicht am Menschen sparen“ zu unterstützen und damit ein Zeichen für weniger Bürokratie, mehr Zeit für Menschen und die Sicherung sozialer Leistungen zu setzen.

Weitere Informationen zur Kampagne und zur Petition:
nichtammenschensparen.de

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