Pressemitteilung: Wirtschaftsförderung Schramberg: „Kulturwandel ist kein Sprint“ - Schramberg & Umgebung - Schwarzwälder Bote
Wie gelingt es Unternehmen heute, gute Mitarbeitende nicht nur zu gewinnen, sondern langfristig zu halten? Mit dieser Frage beschäftigte sich die zweite Ausgabe von „Make it in Schramberg INSIGHT“, die in Kooperation mit der Stiftung St. Franziskus in Heiligenbronn veranstaltet wurde.
Das wiederkehrende Format von Make it in Schramberg, angesiedelt bei der städtischen Wirtschaftsförderung Schramberg, bringt Unternehmen, Institutionen und Fachleute aus der Region zusammen, um aktuelle Themen rund um die Wirtschaft praxisnah zu diskutieren.
Eröffnet wurde der Abend von Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr. Sie dankte der Stiftung St. Franziskus für die Offenheit, die zweite Auflage von „Make it in Schramberg INSIGHT“ bei sich auszurichten. Im Anschluss führte Moderator Rolf Benzmann durch die Veranstaltung.
An der Talkrunde beteiligt waren Stefan Guhl (Vorstand der Stiftung St. Franziskus), Julia Müller (Leitung Personal, Stiftung St. Franziskus), Dominik Seger (Geschäftsführer Agentur ZWEI14) sowie Miriam Kammerer (stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin Bildung & Prüfung, IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg).
Bereits zu Beginn wurde deutlich: Employer Branding beginnt nicht bei einer Kampagne oder einem neuen Logo – sondern innerhalb der Organisation selbst. Stefan Guhl sprach offen darüber, warum die Stiftung vor einigen Jahren begonnen hat, ihre internen Strukturen und die Zusammenarbeit grundlegend zu verändern. Auslöser seien unter anderem Fachkräftemangel, starre Hierarchien und fehlende Agilität in der Zusammenarbeit gewesen. Einen Satz brachte Guhl dabei immer wieder auf den Punkt: „Was auf der Schuhschachtel draufsteht, muss auch drin sein.“ Denn Glaubwürdigkeit sei entscheidend, wenn Unternehmen Mitarbeitende langfristig binden wollen.
Auch Julia Müller machte deutlich, dass nachhaltige Mitarbeiterbindung weit über Recruiting hinausgeht. Entscheidend seien Führung, ehrliche Kommunikation, Entwicklungsmöglichkeiten, gutes Onboarding und Arbeitsbedingungen, die tatsächlich zum Leben der Menschen passen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war der Veränderungs- und Markenprozess der Stiftung St. Franziskus, der von der Kreativ- und Digitalagentur ZWEI14 begleitet wurde. Dominik Seger erklärte dabei, dass der Prozess bewusst nicht mit einem neuen Logo begonnen habe: „Man beginnt nicht mit einem neuen Logo, sondern damit zu verstehen, wie ein Unternehmen wirklich tickt.“ Die Herausforderung habe nicht darin bestanden, der Stiftung künstlich ein modernes Image zu geben, sondern sichtbar zu machen, was intern bereits vorhanden gewesen sei. Seger beschrieb die Stiftung als deutlich moderner, als sie nach außen lange wahrgenommen worden sei.
Auch die Bedeutung von Unternehmenskultur für die Zusammenarbeit innerhalb großer Organisationen wurde intensiv diskutiert. Stefan Guhl bezeichnete den Kulturwandel dabei ausdrücklich nicht als kurzfristiges Projekt:
„Kulturwandel ist kein Sprint, sondern ein Marathon.“ Ziel sei es unter anderem gewesen, Silodenken abzubauen, direkte Zusammenarbeit zu stärken und Entscheidungswege zu vereinfachen.
Miriam Kammerer ordnete die Diskussion aus regionaler Perspektive ein. Trotz wirtschaftlich schwieriger Lage bleibe der Fachkräftemangel eines der zentralen Zukunftsthemen für Unternehmen. Ausbildung, Nachwuchsförderung und langfristige Mitarbeiterbindung seien deshalb weiterhin entscheidend.
Zum Abschluss des Abends wurde deutlich: Unternehmen, die langfristig Mitarbeitende gewinnen und halten wollen, müssen glaubwürdig sein – nicht nur nach außen, sondern vor allem intern.