Damit die Welt nicht an
den Fingerspitzen endet

Lormende Hände als Detailaufnahme

Einzigartig in Baden-Württemberg
Unser Kompetenzzentrum für Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung

Taubblindheit ist eine Behinderung eigener Art. Sie ist nicht die Summe aus Taubheit und Blindheit. Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung fehlen die beiden wichtigsten Sinne, um die Welt wahrzunehmen – das Hören und das Sehen – entweder ganz oder sie stehen deutlich eingeschränkt zur Verfügung. Grundsätzlich nutzt ein Mensch, der von einer Hörbehinderung betroffen ist, in der Regel den Sehsinn, um seine Hörbeeinträchtigung auszugleichen. Hingegen nutzt ein Mensch, der von einer Sehbehinderung betroffen ist, seinen Hörsinn verstärkt, um die Einschränkungen durch die Sehbehinderung so gering wie möglich zu halten. Sobald eine Kombination eines Seh- und Hörverlustes auftritt, sind diese Ausgleichsprozesse nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt möglich. Dadurch entsteht eine eigenständige Behinderung, bei der das Ausmaß der Hör- und Sehbehinderung sehr unterschiedlich ist und sehr unterschiedlich kombiniert sein kann.

Schule, Beratung und Frühförderung

In unserem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt Sehen (SBBZ Sehen) halten wir einen spezifischen Bildungsgang für Kinder und Jugendliche mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung vor. Auch zeichnet sich unser Kompetenzzentrum durch unsere Sonderpädagogische Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung aus. Wir begleiten und beraten im Rahmen von Frühförderung – von Geburt an bis zum Schuleintritt – sowie sonderpädagogischem Dienst während des gesamten Schulalters.

In unserem Schulkindergarten des SBBZ Sehen in Heiligenbronn werden Kinder mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung aufgenommen und anhand eines ganzheitlichen Bildungs- und Erziehungskonzeptes spezifisch gefördert.

Betreuungs-, Förder- und Arbeitsangebote

Seit 1860 begleiten wir Menschen mit Sinnesbehinderung. Im Jahr 2002 haben wir begonnen, uns auf den Weg zum Kompetenzzentrum für Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung zu machen. So zeichnen wir uns heute durch unsere vielfältigen Wohn-/Förder- und Arbeitsangebote auch im Erwachsenenbereich aus.

Unser Kompetenzzentrum zeichnet sich durch spezielles Wissen und Fachlichkeit, kombiniert mit einer besonderen Haltung aus. Diese Haltung lebt von partnerschaftlichen Beziehungen und der Zusammenarbeit im Dialog. Hierfür arbeiten unsere Fachkräfte interdisziplinär mit den Fachdiensten zusammen, bieten vielfältige Förder- und Betreuungsangebote als auch Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten.

Betreuung

Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung benötigen eine besondere und intensive Form der Begleitung in ihrem Leben die besonderer Formen der Kommunikation bedürfen. Diese sind abhängig von den jeweiligen Vorerfahrungen der Betroffenen. D.h. ob die Betroffenen hörend-sehend geboren und im Laufe des Lebens ertaubt/erblindet sind, oder ob die Personen bereits taubblind/hörsehbehindert geboren wurden. Wir unterscheiden folgende Kommunikationssysteme:

  • Lormen und Fingeralphabet
  • taktiles Gebärden
  • Lautsprachbegleitende Gebärden
  • Phonembestimmtes Manual-System (PMS)
  • Bilder und Piktogramme
  • Punkt- und Schwarzschrift
  • Bezugsobjekte und Gesten

Beratungsstellen für Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung
in Baden-Württemberg

„Eine für Alle!"

Die stiftung st. franziskus heiligenbronn ist Träger einer „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB)“ an verschiedenen Standorten in Baden-Württemberg. Diese Beratung wird auf der Grundlage des §32 SGB IX durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert.

Die EUTB ist ein Beratungsangebot für alle Menschen mit Behinderung, inklusive des sozialen Umfeldes. Unsere EUTB-Beratungsstellen sind sogenannte Schwerpunktberatungsstellen und bieten eine Beratung insbesondere für Menschen mit Taubblindheit/ Hörsehbehinderung in Baden-Württemberg an. Die Fachberater*innen haben Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Taubblindheit/ Hörsehbehinderung und können die spezifischen Kommunikationsformen wie Deutsche Gebärdensprache (DGS), taktiles Gebärden und Lormen.

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Qualifikation zur
Taubblindenassistenz

Korbmacher mit Taubblindheit unterhält sich lärmend mit einer Beraterin

Wir möchten Menschen für die Taubblindenassistenz interessieren und für diese Aufgabe qualifizieren.

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Herbsttag

Der jährliche Heiligenbronner Herbsttag für Menschen mit Taubblindheit oder Hörsehbehinderung richtet sich an alle betroffenene Menschen und ihre Begleitungen aus ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus.

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Kongress

Dr. Andrea Wanka hält einen Vortrag

Der Fachtag hat sich an Multiplikatoren in der Taubblindenarbeit aus verschiedenen Fachbereichen gewendet und an den internationalen Fachkongress „Taubblindenpädagogik im Dialog“ von 2016 angeknüpft, der ebenfalls in Heiligenbronn stattfand.

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