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älterer Mann und Pflegerin lesen gemeinsam in der Zeitung

Über 50 Mitarbeitende aus der Jugendhilfe zum Umgang mit digitalen Medien geschult

Workshop zum Umgang mit neuen Medien

Cord Dette und sein Team von Aktion Jugendschutz vermittelte uns Basiswissen zu den digitalen Medien, hatte viele Tipps aus seinem Berufsalltag parat und motivierte uns, mutig die Herausforderungen im Umgang mit neuen Medien in unserer Alltagsarbeit an zu gehen. Foto: stiftung st. franziskus heiligenbronn

In drei jeweils dreitätigen Inhouseveranstaltungen zur Medienpädagogik wurden zahlreiche Mitarbeitende der Kinder- und Jugendhilfe zum Umgang und Einsatz von neuen Medien geschult. KollegInnen der ambulanten Hilfen erhielten eine von Aktion Jugendschutz und Stiftung Kinderland Baden-Württemberg geförderte Schulung, die speziell für FamilienhelferInnen konzipiert wurde. Für die KollegInnen aus den anderen Bereichen der Jugendhilfe wurde von der Leitungskonferenz der Jugendhilfe in Kooperation mit Henrik Blaich von Aktion Jugendschutz eine auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Fortbildung durchgeführt. 

An den ersten beiden Tagen gab uns Cord Dette mit seinen Medienpädagogik-KollegInnen einen Einblick in die Mediennutzung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen heute. „Was schauen Jugendliche auf YouTube?“, „Welche Messenger-Dienste werden von ihnen genutzt?“, „Welche PC-Spiele sind aktuell der Renner bei unseren Kids?“ waren nur einige der zahlreichen Themen rund um Smartphones, PCs, Apps und neues Fernsehen. Neben dem Datenschutz und anderen Risiken standen immer wieder die Möglichkeiten, die uns die digitale Welt für unsere Arbeit mit den jungen Menschen bietet, im Vordergrund. Und natürlich unsere eigene Haltung. Wollen wir aus lauter Angst vor den Gefahren und aus mangelndem Wissen über die Programme und Geräte die Nutzung der digitalen Medien verbieten? „Nein!“ – war die einhellige Antwort aller Teilnehmenden. Im Gegenteil: Wir wollen die Kinder und Jugendlichen in unseren Gruppen, in den Schulen und Familien mit den von ihnen genutzten Medien begleiten. Wir wollen sie stärken und fit machen, dass sie sich in der digitalisierten Welt von heute zurechtfinden und einen möglichst selbstbestimmten, verantwortungsbewussten Umgang mit den unterschiedlichen Medien erlenen. 

Hochmotiviert und mit einem guten Basiswissen ausgestattet gab es im Gruppenalltag schon einige Aha-Erlebnisse, die dann am letzten Fortbildungstag berichtet wurden. Außerdem stand da nochmal eigenes kreatives Ausprobieren mit Tablets auf dem Programm. 

Der letzte Fortbildungs-Abschnitt diente dazu, die gesammelten Erfahrungen und die zahlreichen Ideen zur Nutzung des neuen medienpädagogisches Wissens für die tägliche Arbeit fest zu halten. In fachspezifischen  Kleingruppen wurden erste konzeptionelle Überlegungen angestellt. 

Anfang kommenden Jahres wird in einer AG Medienpädagogik mit interessierten MitarbeiterInnen aus allen Bereichen der Jugendhilfe ein darauf aufbauendes medienpädagogisches Konzept für die Jugendhilfe erstellt. Schließlich wollen wir für die Zukunft sowohl technisch als auch inhaltlich die jungen Menschen mit ihren Familien bei der Nutzung der „neuen Medien“ gut begleiten können.

Auch die Jugendlichen bekamen schon einen kleinen Einblick unserer Bemühungen um einen offeneren Umgang mit der digitalen Welt. In den Herbstferien konnten Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren aus unseren Wohngruppen, dem SBBZ und den Ambulanten Hilfen das Theaterstück „Von Menschen und Mäusen“ in unserem Franziskussaal erleben. Die beiden Theaterpädagoginnen Monika Wieder und Sarah Gros von „Mach Was“ – Prävention, Theater und mehr… zeigten auf spannende und anschauliche Weise vier verschiedene Umgangsweisen von Jugendlichen mit digitalen Medien. In der „Talkrunde“ im Anschluss an das Stück konnten die Kids von ihren eigenen Erlebnissen und Erfahrungen berichten – und sicherlich gab es auch im Nachgang mit ihren ErzieherInnen in vertrauter Runde noch das ein anderer andere zu besprechen.