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älterer Mann und Pflegerin lesen gemeinsam in der Zeitung

Gesundheits- und Sozialminister Manfred Lucha besucht Stiftung in Baindt

Gruppenbild mit Corona-Abstand

Manfred Lucha, Simone Rürup, Stefan Guhl, Dr. Thorsten Hinz und Nicole Bauknecht (von links).

Am 3. August 2020 traf Minister Manfred Lucha gemeinsam mit der Baindter Bürgermeisterin Simone Rürup die Vorstände der stiftung st. franziskus heiligenbronn Stefan Guhl und Dr. Thorsten Hinz. Da es bei dem Treffen neben der Corona Pandemie und neue Wohnangebote in der Altenhilfe auch um die Zukunft der Behindertenhilfe ging, war auch Nicole Bauknecht mit dabei, eine der beiden Aufgabenfeldleitungen in der Stiftung.

Minister Lucha zeigte sich zunächst sehr erfreut, dass es letzte Woche zu einem Durchbruch bei den Verhandlungen um die Zukunft der Behindertenhilfe auf Landesergebnisse gekommen sei. Am 29. Juli haben die Verhandlungspartner den Entwurf des Landesrahmenvertrages für die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes vorgelegt, der künftig die Leistungen in der Behindertenhilfe in Baden-Württemberg regeln soll. Der Minister geht fest davon aus, dass der Vertrag bis Jahresende von allen Vertragspartnern, den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und den 44 Stadt- und Landkreisen unterschrieben wird. Dr. Thorsten Hinz kritisierte das vorliegende Verhandlungsergebnis: Viele Fragen sind offen geblieben, insbesondere bei den Themen Personalschlüssel, Bedarfsermittlung und Finanzierung. Das wird nicht nur für die Leistungserbringer schwierig, sondern auch für die Menschen mit Behinderungen und deren Familien, so der Vorstand der Stiftung.

Bürgermeisterin Simone Rürup erkundigte sich beim Minister und der Stiftung nach den Kooperationsmöglichkeiten im Hinblick auf Angebote für pflegebedürftige und demenziell erkrankte Menschen in Baindt. Die Gemeinde hat hier mit dem Baugebiet Fischerareal gute Bedingungen, um einerseits den Wohnbedarf für die Bevölkerung zu decken und um andererseits auch soziale und pflegerische Angebote zu realisieren. Stefan Guhl, Vorstand der Stiftung, erläuterte hierzu die schwierigen Rahmenbedingungen: Es gibt derzeit in Baden-Württemberg keine gesetzliche Grundlage um stationäre Angebote für schwer demenziell erkrankte Menschen wirtschaftlich auskömmlich zu realisieren. Für ambulante Angebote braucht es viele Akteure, die für eine Realisierung kooperieren müssen. Als Stiftung sei man aber gern bereit alle Optionen mit der Gemeinde Baindt zu prüfen und sich in das Planverfahren einzubringen. Nicole Bauknecht, wies auf die hohe Fachlichkeit des Standortes Baindt hin: Auch die Stiftung setzt auf eine Stärkung von ambulanten und selbstorganisierten Angeboten der Behindertenhilfe. Allerdings braucht es auch die Ehrlichkeit in der Debatte, dass es Menschen gibt, die eine sehr komplexe Fachlichkeit und Unterstützung brauchen, für die Kompetenzzentren wie Baindt unabdingbar seien. Am Ende des Treffens bedankten sich Minister Lucha und Bürgermeisterin Rürup für einen spannenden und ertragreichen Fachaustausch.