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Beispielhaft barrierefrei gebaut von faktorgruen – Renommierter Architekturpreis geht an die Stiftung

Übergabe der Auszeichnungsplakette im Klosterhof

Stefanie Moosmann und Jürgen Pfaff, beide Büroinhaber faktorgruen, übergeben die Auszeichnungsplakette an Hubert Bernhard, Vorstand der stiftung st. franziskus heiligenbronn, Stefan Guhl, designierter Vorstand, und Michael Wühr, Leiter des Referats Bau- und Gebäudemanagement. Foto: stiftung st. franziskus heiligenbronn

Der Dr. Ursula Broermann-Preis, eine der wichtigsten Auszeichnungen für beispielhaftes barrierefreies Bauen, ist 2019 gleich dreimal vergeben worden. In diesem Jahr unter anderem an die stiftung st. franziskus heiligenbronn, die damit für die Gestaltung ihrer Freiflächen im Klosterhof und rund um das Schulzentrum St. Benedikt gewürdigt wurde. Der Entwurf von faktorgruen, Rottweil, setzte sich als einer von dreien gegen insgesamt 42 Bewerbungen durch. In einer feierlichen Übergabe durch die Landschaftsarchitekten wurde die Auszeichnungsplakette am 25. Juli an den Bauherrn überreicht.

2019 vergaben die Architektenkammer Baden-Württemberg und der Dachverband Integratives Planen und Bauen e.V. (DIPB) den Dr. Ursula Broermann-Preis zum vierten Mal. Beide sind der Auffassung, dass barrierefreier Gestaltung der gleiche Stellenwert zukommen muss wie funktionale, ökologische und gestalterische Ansprüche. Nur so gelinge herausragende, zeitgenössische Architektur, die die Jury besonders gut von der stiftung st. franziskus heiligenbronn gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro faktorgruen aus Rottweil umgesetzt sah.

Ausgezeichnete Baukultur
Vor allem im Klosterhof, wo sich wichtige Wegeverbindungen und Nutzergruppen – Schüler, Betreute, Ordensschwestern, Mitarbeiter und Besucher der Wallfahrtskirche – kreuzen, sollte ein Platz mit Leitsystem geschaffen werden, der für die in Heiligenbronn lebenden und arbeitenden Menschen mit und ohne Sinneseinschränkung gleichermaßen nutzbar und attraktiv ist. Ein Grundgedanke, dem die Landschaftsarchitekten durch ein orthogonales Grundmuster, unterschiedliche Beläge und eine Gliederung in drei Ebenen gerecht wurden. Um das Schulzentrum St. Benedikt an das neue Leitsystem der Anlage anzubinden, wurde ein übergeordnetes Leitsystem entwickelt. Der Pausenhof ist in Aktivitäts- und Ruhezonen gegliedert. Die Spielbereiche bieten dabei neben Ball- und Laufmöglichkeiten auch eine mit Wellen und Hügeln modellierte Wiesenlandschaft, die den Bewegungsdrang der Schüler anregt.

Bis ins Detail durchdacht
„Barrierefreiheit schaffen bedeutet, die Aufgabe aus verschiedenen Richtungen zu beleuchten und die Belange zahlreicher Handicaps einzubeziehen. Dies ist in Heiligenbronn nicht nur den Planern, sondern auch den Auftraggebern zu attestieren. Das gebaute Ergebnis ist ein Beleg, dass Barrierefreiheit gelingt, wenn gut geplant wurde. Die ertüchtigten Freiflächen der Klosteranlage und des Schulzentrums Heiligenbronn machen in beispielhafter Weise deutlich, wie solche Orte für Menschen mit und ohne Sinneseinschränkungen zeit- und nutzergemäß gestaltet werden. Die Ernsthaftigkeit und Gründlichkeit der geplanten Barrierefreiheit zeigt sich in zahlreichen Ansätzen, im Großen wie in den Details“, hieß es in der offiziellen Begründung durch das Komitee. Aber auch die Lösung zur Überwindung gegebener Höhenunterschiede erschien der Jury besonders lobenswert.

So attraktiv wie lebendig
Eine Einschätzung, über die sich Hubert Bernhard besonders freut. Seit nunmehr 28 Jahren und damit seit ihrer Gründung ist er als Vorstand für das Gedeihen der stiftung st. franziskus heiligenbronn und die Fortführung des Wirkens von Klostergründer David Fuchs und der Franziskanerinnen von Heiligenbronn verantwortlich. „Ein großes Erbe, das sich auch in der architektonischen Gestaltung widerspiegeln muss“, wie Hubert Bernhard weiß. „Der Entwurf von faktorgruen mit seiner übersichtlich gegliederten Platzgestaltung und seinem Leitsystem ist klug durchdacht und fügt sich trotz seiner zahlreichen Kontraste perfekt in die historische Gesamtgestaltung ein. Das Schönste aber ist, dass er die Freianlagen der Stiftung – ganz im Sinne des Klostergründers – auf vielfältige Weise mit Leben füllt, weil sich die hier lebenden und arbeitenden Menschen sowie die Besucher frei, sicher und selbständig bewegen können.“ Das kann in Heiligenbronn Tag für Tag beobachtet werden.