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älterer Mann und Pflegerin lesen gemeinsam in der Zeitung

5 Jahre Betreuung von „unbegleiteten minderjährigen Ausländern“ (UMA) durch die Stiftung

Blick in den Saal mit geladenen Gästen

Knapp 40 „Ehemalige“, geladene Gäste und Mitarbeiter*innen kamen der Einladung der Kinder- und Jugendhilfe der stiftung st. franziskus heiligenbronn nach, 5 Jahre Betreuung von „unbegleiteten minderjährigen Ausländern“ (UMA) miteinander zu feiern. Im Vordergrund links Martin Bantle, als Bereichsleiter für die stationären Hilfen Hauptverantwortlicher für die Betreuung von Flüchtlingsjugendlichen sowie Matthias Ries, Leiter der Kinder- und Jugendhilfe. Foto: Stiftung

Austausch bei der Kaffeetafel

Bereichsleiter Martin Bantle im Austausch mit Muhamed Jumah (links) und Abdul Rahman Haru. Foto: Stiftung

Bereichsleiter Martin Bantle

Martin Bantle, Bereichsleiter stationäre Hilfen, bei seinen Willkommensworten, darunter 20 „Ehemalige“, von denen die meisten inzwischen auf eigenen Füßen stehen. Foto: Stiftung

Ehemaliger OB Dr. Rupert Kubon

Dr. Rupert Kubon, ehemaliger OB von Villingen-Schwenningen, bei seinen Grußworten. Er kennt einige der jungen Menschen persönlich, da er sich nicht nur in seinen Jahren als Stadtoberhaupt, sondern auch in Integrationskursen und in der Nachhilfe mit Herzblut für die Belange von geflüchteten Menschen einsetzt. Foto: Stiftung

Seit Beginn der Flüchtlingskrise im Jahre 2015 werden junge Flüchtlinge in Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe der stiftung st. franziskus heiligenbronn betreut und begleitet. Unter strenger Einhaltung von Corona bedingten Hygiene- und Schutzmaßnahmen kamen am Samstag knapp 40 Personen im Franziskussaal des Kinder- und Familienzentrums zu einem kleinen Festakt mit Ehemaligentreffen zusammen.

Stiftungsvorstand Dr. Thorsten Hinz und Bereichsleiter Martin Bantle begrüßten die jungen Männer und anwesenden Gäste mit herzlichen Worten und erinnerten an die turbulenten Anfänge der Betreuung in der Villinger Alban-Dold-Strasse. Beispielsweise an die Suche nach geeignetem Wohnraum und engagierten Mitarbeitenden sowie das kreative Überwinden von sprachlichen, kulturellen und bürokratischen Hürden. „Das Anpacken hat sich gelohnt“, blickte Marin Bantle auf fünf Jahre Betreuung dankbar zurück, auf „fünf Jahre, in denen wir euch kennen gelernt und begleitet haben, fünf Jahre, in denen nicht alles rund, aber vieles gut gelaufen ist, fünf Jahre, in einem für euch fremden Land: Deutschland“.

Dass die jungen Menschen sich auf den beschwerlichen Weg der Flucht gemacht haben konnte Vorstand Dr. Thorsten Hinz sehr gut nachvollziehen. Als langjähriger Mitarbeiter von Caritas International hat er die Lebensbedingungen in einigen der Herkunftsländer selbst erlebt. Erst kürzlich hat sich die stiftung st. franziskus heiligenbronn zur erneuten Aufnahme von bis zu 10 Kindern und Jugendlichen aus dem Flüchtlingscamp „Moria“ positioniert. Auch in Zukunft ist die Kinder- und Jugendhilfe der Stiftung bereit, junge Menschen aus Krisengebieten auf zu nehmen, sie auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben zu begleiten und zu einer gelingenden Integration in Deutschland beizutragen.

Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren über 100 junge Menschen aus über 10 Ländern von der stiftung st. franziskus heiligenbronn betreut. In der Hochphase im Frühjahr 2016 lebten 29 Jugendliche in unseren Wohngruppen in Villingen-Schwenningen und 25 wurden in Häusern im Kreis Rottweil betreut. Die meisten von ihnen sind längst aus den Wohngruppen ausgezogen und leben selbständig. Aktuell werden noch 16 junge Menschen von Stiftungsmitarbeitenden begleitet, überwiegend im ambulant betreuten Wohnen.

Unter den geladenen Gästen waren auch Tanja Hierner, Integrationsbeauftragte der Stadt VS, die ehemalige Bundestagsabgeordnete Christa Lörcher und der ehemalige OB Dr. Rupert Kubon. Kubon, der sich in Integrationskursen und Nachhilfeunterricht auch persönlich in vielfältiger Weise für Flüchtlinge engagiert, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass „die Strukturen in unserer Gesellschaft eine gute Integration ermöglichen, sofern die jungen Menschen sich aktiv einbringen und gewillt sind, hier in Deutschland Fuß zu fassen.“

Bilder aus dem Wohngruppenalltag, von Fußballturnieren und anderen Festen sowie Berichte aus den Heimatländern und teilweise von traumatischen Erlebnissen der Flucht waren von Frau Dr. Petra Brenneisen-Kubon, Psychiatrischer Fachdienst der Stiftungsjugendhilfe, auf Stellwänden zu einer kleinen Ausstellung zusammengestellt worden und ließen Erinnerungen wach werden. In zahlreichen Kleingruppensitzungen unter der Überschrift „Mein Weg“ hat sie mit den Jugendlichen ihren Weg aus ihrem Herkunftsland nach Deutschland und die damit verbundenen Erlebnisse bearbeitet. Zwei afghanische Teilnehmer ihrer ersten Gruppe haben inzwischen ihren Weg durch die Ausbildung geschafft und sind von ihren Betrieben übernommen worden.

In den lebhaften Austausch von Wohngruppenmitarbeitenden und Ehemaligen bei Kaffee und Kuchen mischte sich auch Matthias Ries, Leiter der Kinder und Jugendhilfe. Er ist beeindruckt „wie gut die meisten der jungen Männer trotz vieler Hürden heute im Leben stehen, eine Ausbildung absolvieren oder bereits im Arbeitsalltag sind, deutsche Freunde haben und hier eine neue Heimat gefunden haben.“ Dieser Eindruck wird auch von einer von den ehemaligen Betreuuenden durchgeführten Umfrage bestätigt: „Ja, ich habe deutsche Freunde und deutsche Arbeitskollegen und ich fühle mich schon integriert...“ schreibt ein mit 17 Jahren nach Deutschland gekommener Flüchtling. Ein anderer meint auf die Frage, was er noch mitteilen möchte: „Ich möchte euch mitteilen, dass ich euch danke. Ihr habt uns viel geholfen jeder von euch war immer da und persönlich habe ich mit euch viel Spaß gehabt. Nochmal vielen Dank!“