Eine Bewohnerin im Rollstuhl macht Gymnastik, ein Bewohner assistiert ihr dabei
Luftbild der Klosteranlage Baindt, in der das Haus St. Menas untergebracht ist

Haus St. Menas in Baindt

Mit dem Gemeindeintegrierten Wohnen für Erwachsene in St. Menas sowie dem angegliederten Förder- und Betreuungsbereich in St. Bernhard macht die stiftung st. franziskus heiligenbronn blinden, sehbehinderten und mehrfachbehinderten Menschen in Baindt auch nach der Schulzeit ein Wohn- und Förderangebot, so dass die Schulabgänger aus dem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum Sehen in Baindt am vertrauten Ort verbleiben können, wenn sie die Werkstufe verlassen. Aber auch neue Gesichter sind herzlich willkommen.

Am Standort Baindt bietet die stiftung st. franziskus heiligenbronn schon seit drei Jahrzehnten blinden, sehbehinderten und mehrfachbehinderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen schulische Förderung und Betreuung. Seit 2009 ist mit dem Gemeindeintegrierten Wohnen (GIW) auch ein nachschulisches Angebot für erwachsene Menschen mit Behinderungen geschaffen.

16 Wohnplätze überwiegend in Einzelzimmern stehen hierfür zur Verfügung. Sie sind modern ausgestattet und im historischen Gebäude St. Menas untergebracht. Ein geräumiger Wohn-Essbereich ist zentraler Lebensmittelpunkt der Gruppe. Das Haus ist integriert ins Gelände der benachbarten Blindenschule und liegt auch unmittelbar neben der Pfarrkirche. So können auch Räumlichkeiten der Blindenschule wie Turnhalle, Schwingbodenraum, Therapiebad oder Schwarzlichtraum genutzt werden.

Zur Tagesstrukturierung wird vom Gemeindeintegrierten Wohnen Baindt auch ein Förder- und Betreuungsbereich für erwachsene Menschen mit Behinderungen angeboten, der auch von externen Teilnehmern besucht werden kann, welche noch im Elternhaus leben.

Hier stehen von Montag bis Freitag jeweils ganztägig individuelle Assistenzleistungen und Therapien mit einfachen Beschäftigungsangeboten im Mittelpunkt. In enger Zusammenarbeit von Wohngruppe und Förder- und Betreuungsbereich werden u.a. der Aufbau von sozialen Beziehungen, die Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben, Kommunikation und Orientierung, Gesundheitsförderung und psychische Entwicklung unterstützt.

Das Haus St. Menas in Baindt, die frühere Piuspflege

Frühere "Piuspflege" stammt aus Klosterzeiten

Das heutige Haus St. Menas beherbergt nicht nur den Wohnbereich für erwachsene Menschen mit Behinderung. Das aus den Zeiten des 1802 säkularisierten Zisterzienserinnenklosters Baindt stammende historische Gebäude, im 15./16. Jahrhundert als Teil der Klausur gebaut, ist auch Sitz eines kleinen Klosterkonvents der Franziskanerinnen von Heiligenbronn. Sie bieten auch Pilgern und Gästen eine einfache Herberge an und laden zu Gespräch und Gebet in ihre Gemeinschaft ein.

Auf diese Weise setzen die Heiligenbronner Schwestern die Baindter Klostertradition auch heute noch fort. 1903 erwarben die Franziskanerinnen aus Heiligenbronn das frühere Gästehaus des Klosters und betrieben dort ein Kleinkinderheim bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts. 1980 wurde die Heimsonderschule für Blinde und Sehbehinderte gegründet. Die stiftung st. franziskus heiligenbronn als neuer Träger sanierte in den 90er Jahren die Piuspflege, die jetzt nach dem ägyptischen Heiligen St. Menas benannt ist und Wohnraum für Menschen mit Behinderung, Schwestern, Mitarbeiter und Gäste bietet. Auch das ebenfalls zum Klosterhof gehörige Gebäude St. Bernhard mit dem Förder- und Betreuungsbereich, früheres Atelier von Architekt Josef Prinz, gehört zu den alten Klostergebäuden im Baindter Klosterhof.