Junger Erwachsener mit Behinderung trainiert mit seinem Betreuer
Luftbild Wohnheim St. Agnes in Spaichingen

Haus St. Agnes in Spaichingen

Im Haus St. Agnes im Stadtkern von Spaichingen wohnen und leben blinde und sehbehinderte Menschen mit Mehrfachbehinderung. Jeder von ihnen soll sich in einer Atmosphäre des Angenommenseins und der Sicherheit wohl fühlen. Für uns ist ein christliches Miteinander wichtig. Deshalben nehmen wir alle uns anvertrauten Menschen an, begleiten und fördern sie. Wir versuchen, jedem die Pflege und Unterstützung zu bieten, die er aufgrund der Schwere seiner Behinderung benötigt.

Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer, das auch mit eigenen Möbeln ausgestattet werden kann. St. Agnes bietet Wohnraum für 30 Menschen mit Behinderung auf drei Etagen. Zur Tagesstrukturierung und persönlichen Förderung für die Bewohner wie für weitere Menschen mit Behinderung, die bei ihrer Familie wohnen, bieten wir Förder- und Betreuungsgruppen in St. Agnes an, in dem die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und die Fähigkeiten des Einzelnen im Vordergrund stehen.

Mehr an Lebensqualität

Jedem Menschen mit Behinderung eine weitgehende Selbstbestimmung zu ermöglichen, ist unser Ziel. So erfragen wir die Wünsche und Vorstellungen der Bewohner und Betreuten soweit als möglich. Dadurch möchten wir ihnen ein Mehr an Lebensqualität bieten. Zu den Einzel- und Gruppenförderungen gehören Kochen, Backen, Spaziergänge sowie kreative und handwerkliche Beschäftigungen. Mit basaler Stimulation werden verschiedene Sinneseindrücke ermöglicht.

Das Leben soll so normal als möglich gestaltet sein. So gehen wir zum Friseur in die Stadt, nutzen die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, nehmen an besonderen Ereignissen wie Fasnet oder Weihnachtsmarkt teil oder fahren regelmäßig zum therapeutischen Reiten. Wir genießen es, im Zentrum von Spaichingen zu sein und kurze Wege zu haben. Damit können wir Teil der Gemeinschaft und Mit-Bürger sein. Aber auch für Begegnungsmöglichkeiten im Haus St. Agnes tragen wir Sorge und freuen uns über Gäste.

Das Haus St. Agnes, 2009 eingeweiht, ist ganz auf die Belange und Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Menschen mit Mehrfachbehinderung ausgerichtet. So sind die Räume gut ausgeleuchtet, klar strukturiert und durch Hilfen auf dem Fußboden gestaltet. Aufzug, Handläufe und Treppensicherungen ermöglichen eine sichere und gefahrlose Mobilität im Haus. Ein großzügiger Garten vor dem Haus bietet auch Rollstuhlfahrern eine Schaukel und Platz zum Feiern und Entspannen. Gemeinschaftsbalkone verschaffen aber auch einen kurzen Weg an die frische Luft. Pflegebäder und Therapieräume stehen zur Verfügung. Ärzte und Therapeuten kommen ins Haus. Zur Lebensqualität tragen neben unseren Fachkräften aber auch junge Menschen im Praktikum oder Freiwilligendienst bei sowie die ehrenamtlichen Mitarbeiter.

"Junges Wohnen in der Stadt"

Neues Wohnkonzept für junge Menschen mit Behinderung

Sich angenommen fühlen, die Stärken und Möglichkeiten des Einzelnen immer wieder neu entdecken und erfahrbar machen - das ist der Grundgedanke bei "Junges Wohnen in der Stadt". Für Menschen mit einer Behinderung ermöglicht es eine weitgehende Selbständigkeit und somit ein Mehr an Lebensqualität.

Ab sofort können junge Menschen mit Behinderung in der dritten Wohngruppe von Haus St. Agnes sowohl ein eigenes Zimmer beziehen, als auch im Berufsbildungsbereich der Werkstatt für sinnesbehinderte Menschen (WfbM) in Schramberg-Heiligenbronn arbeiten. Dafür organisieren wir einen Fahrdienst, der die tägliche Fahrt zwischen Spaichingen und der WfbM ermöglicht.

Bis spätestens 2018 ist die Eröffnung einer Außenstelle der Werkstatt in Rottweil geplant. So verkürzen sich dann auch die Fahrwege.

Spendenaktion zeigte große Solidarität

Schirmherr Franz Schuhmacher

Das Haus St. Agnes wurde von der stiftung st. franziskus heiligenbronn mit Hilfe von Zuschüssen des Landes, des Landkreises Tuttlingen, der Aktion Mensch sowie einer großen Spendenaktion "Baut ein Haus!" unter der tatkräftigen Schirmherrschaft des ehemaligen Landtagsabgeordneten und Spaichinger Ehrenbürgers Franz Schuhmacher. Bei dieser Spendenaktion kamen über vier Jahre hinweg 515 000 Euro zusammen mit vielen Einzel- und Firmenspenden, aber auch durch viele Aktionen von Vereinen und Gruppen. Dies zeigt die große Solidarität der Bevölkerung in der Raumschaft für die Belange von Menschen mit Behinderung.

Bronzeskulptur der heiligen Agnes mit der Tafel des Dankes

Baubeginn für das Haus St. Agnes in der Alleenstraße war 2007. 2009 konnte das Gebäude unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eingeweiht werden. Die Namenspatronin St. Agnes ist in einer Bronzeskulptur von Frieder Preis vor dem Eingang von St. Agnes dargestellt. Darunter befindet sich die "Tafel des Dankes" mit den Namen von über 900 Spendern, die größere Beträge beigesteuert haben.