Eine Frau und ein Mann gebärden miteinander
Luftbild Haus St. Antonius in Rottweil

Haus St. Antonius Rottweil
Zentrum für hörgeschädigte Menschen

Im Haus St. Antonius in Rottweil wohnen und leben Menschen mit Hörschädigung oder Hör-Seh-Behinderung vom jugen Erwachsenen bis zum Senior. Jeder von ihnen findet hier vor allem ein Zuhause: einen Ort, an dem ich verstanden werde, wo ich Gleichgesinnte treffen kann, wo ich mich aber auch zurückziehen kann. Hier ist die Verständigung über Gebärden selbstverständlich. Neben den Wohnangeboten gibt es auch einen eigenen Förder- und Betreuungsbereich für hörgeschädigte Menschen mit zusätzlichen Behinderungen.

Als Zentrum für hörgeschädigte Menschen ist St. Antonius aber auch ein Ort, an dem Hörende und Nicht-Hörende zusammenkommen, einander ernst nehmen und voneinander lernen, sei es bei Fest und Spiel oder in Kursen und Veranstaltungen. Auch beim jährlichen Antoniusfest begegnen sich Hörende und Nichthörende auf unkomplizierte Weise. Der Gehörlosenverein Rottweil hat in St. Antonius eigene Räumlichkeiten für seine Veranstaltungen und Treffen, die Katholische Erwachsenenbildung Rottweil veranstaltet hier Gebärdenkurse für Hörende und andere Kurse.

St. Antonius ist auch der Sitz des Sozialdienstes für hörgeschädigte Menschen für die Landkreise Rottweil, Zollernalb, Freudenstadt und Tuttlingen. Eine Sozialarbeiterin berät als Ansprechpartnerin hörgeschädigte Menschen in schwierigen Lebensfragen und im Umgang mit Behörden. Eine enge Zusammenarbeit mit seelsorgerlichen Angeboten und Freizeitunternehmungen besteht auch mit der Katholischen Seelsorge für hörgeschädigte Menschen in der Region.

Angebote

Die Angebote des Hauses St. Antonius Rottweil im Überblick:

Für blinde und sehbehinderte Menschen bietet die stiftung st. franziskus heiligenbronn ebenfalls Wohnmöglichkeiten in Heiligenbronn selbst oder in Außenwohngruppen in Schramberg an.

Ehemals das "Franziskanerkolleg"

Erbaut wurde das heutige Zentrum für hörgeschädigte Menschen in der Johanniterstraße in Rottweil 1902 als Jugendstilvilla von Professor Joseph Blersch, der dort ein privates katholisches Studienheim betrieb. 1922 führten die Franziskaner von Fulda das jetzt St. Antonius genannte Schülerkolleg weiter. Nach wechselvollen Nutzungen u. a. als Lazarett während des Krieges führten die Franziskaner das Internat bis 1973 fort. Nach einigen Jahren Nutzung durch das Fernmeldeamt übernahmen 1989 die Franziskanerinnen von Heiligenbronn St. Antonius und richteten eine erste Gruppe mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen und einen kleinen Schwesternkonvent ein. Der heutige Träger stiftung st. franziskus heiligenbronn weitete die Angebote für hörgeschädigte Menschen aus und sanierte das Haus in mehreren Abschnitten.