Zwei Bewohner und eine Bewohnerin auf dem Heimtrainer in einer Wohngruppe
Verantwortliche für das Begleitete Wohnen in Familien: Silke Kammerer und Sabine Schell

Begleitetes Wohnen für erwachsene Menschen mit Behinderung in Familien

In einer Gastfamilie oder bei Angehörigen finden erwachsene Menschen mit Behinderung langfristig oder auch dauerhaft ein (neues) Zuhause. Das Wohnen und die Einbindung in eine Familie in der Gemeinde unterstützt die Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderung in besonderem Maße. Dies ist das Ziel des neuen Angebots "Begleitetes Wohnen in Familien", einer Sonderform des ambulant betreuten Wohnens und eine Alternative zum stationären Wohnen in einer Wohngruppe.

Der Fachdienst der stiftung st. franziskus heiligenbronn bereitet die Aufnahme vor und berät und begleitet den Menschen mit Behinderung wie auch die Familie dauerhaft.

Grundlage dieser familiären Betreuung in Gastfamilien sind die Richtlinien des Landkreises Rottweil für das Begleitete Wohnen in Familien.

An wen richtet sich das Begleitete Wohnen in Familien?

Das Begleitete Wohnen ist ein Angebot für erwachsene Menschen mit einer Sinnesbehinderung - für blinde und sehbehinderte, gehörlose und hörbehinderte sowie hörsehbehinderte Menschen mit weiteren Behinderungen oder Beeinträchtigungen.

Das Begleitete Wohnen ist eine individuelle Lebensform, die Menschen mit Behinderung ein familiäres Zuhause in einem geschützten, überschaubaren Rahmen mit festen Lebensbezügen und konstanten Bezugspersonen bietet. Die Familie unterstützt und fördert den Menschen mit Behinderung bei der alltäglichen Lebensgestaltung und beim Leben in der Gemeinde.

Was bedeutet die Aufnahme für die Familie?

Bei der Suche nach einer geeigneten Gastfamilie prüft der Fachdienst der Stiftung mit großer Sorgfalt die notwendigen Voraussetzungen im Einzelfall - neben den räumlichen Voraussetzungen auch die Bereitschaft zur Aufnahme eines Menschen mit Behinderung in die familiäre Gemeinschaft. Der Mensch mit Behinderung soll für längere Zeit ein Zuhause finden; daher muss für beide Seiten eine Aufnahme und Betreuung vorstellbar sein.

Der Fachdienst sucht Gastfamilien oder Lebensgemeinschaften, die bereit sind,

Spezielle Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Bevor es zu einer Aufnhame kommt, werden ausführliche Vorgespräche mit allen Beteiligten geführt. Die Gastfamilie und der Mensch mit Behinderung lernen sich kennen und vereinbaren ggf. ein Probewohnen.

Der Fachdienst unterstützt das Leben in der Gastfamilie auch nach der Aufnahme, er berät und unterstützt die Familie bei allen Fragen des Zusammenlebens und in Krisensituationen, unterstützt in behördlichen Angelegenheiten und vermittelt ergänzende Hilfen (z.B. pflegerische Hilfen oder eine Kurzzeitunterbringung, wenn die Familie im Urlaub ist).

Wer trägt die Kosten?

Die Gastfamilien erhalten die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie ein Betreuungsentgelt, das vom Landkreis Rottweil festgelegt wird. Der Mensch mit Behinderung erhält ggf. Grundsicherungsleistungen oder Hilfe zum Lebensunterhalt, mindestens aber einen monatlichen Barbetrag und eine Bekleidungspauschale. Die Kosten der Begleitung durch den Fachdienst der Stiftung werden vom Landkreis getragen.