09.04.2017

Pflegefachtag der Stiftungs-Altenhilfe zur Kommunikation im Berufsalltag

Rottweil/Tuttlingen.
Mit den Fallstricken der Kommunikation und Strategien zu ihrer Lösung befassten sich die 70 Teilnehmer des Pflegefachtages, den die stiftung st. franziskus heiligenbronn für die Mitarbeiter aus ihren Altenzentren in der Region veranstaltete. Erfrischende Impulse gab dabei Psychologin und Autorin Tanja Köhler aus Denkingen.

Zum Fachtag "Kommunizieren will gelernt sein" begrüßte Altenhilfe-Regionalleiter Dietmar Zisterer und freute sich über die große Resonanz bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, denn alle Plätze im Adolph-Kolping-Haus waren ausgebucht. Vertreten waren auch die AOK und Sailers Apotheken mit Infoständen zu Arzneien und Ernährungstipps.

Boris Strehle, Leiter der Altenhilfe in der stiftung st. franziskus heiligenbronn, führte in seinem Grußwort aus, dass die Mitarbeiter im Berufsalltag ständig zur Kommunikation mit den verschiedensten Gruppen herausgefordert sind - mit Bewohnern, Kollegen, Angehörigen, Ärzten, Besuchern, Trauernden usw. "Wir werden heute gemeinsam nach Antworten suchen, wie ein gutes Miteinander gelingen kann", kündigte Strehle an.

Den Fachvortrag über "Veränderungsbereitschaft für ein gutes Miteinander" hielt Tanja Köhler, die als Coach, Unternehmensberaterin und Buchautorin bundesweit unterwegs ist und diesmal ein "Heimspiel" hatte angesichts vieler Bekannter aus der Region Spaichingen unter den Teilnehmern. Sie überraschte die Zuhörer zum Einstieg mit ein paar Dudelsackklängen. Damit war sie aber auch gleich mitten im Thema, denn es fehle nicht an Wissen über gute Kommunikation, sondern es hapere oft an der Umsetzung des Gehörten. Und so erzählte sie, wie sie es selbst schaffte, trotz entmutigender Botschaften und hoher Hürden ihren Wunsch nach Dudelsackspielen auch umzusetzen.

In einem spritzigen und unterhaltsamen Vortrag waren auch die Zuhörer immer wieder einbezogen, etwa mit Luftballonaufblasen, damit man hört, wie es klingt, "wenn einem Veränderungsprozess die Luft ausgeht".

Köhler nahm die Widerstände gegen Veränderungsvorhaben ins Visier und empfahl, sich erst mal "etwas Kleines" vorzunehmen. Täglich geübtes Kommunizieren und Verhalten nach vielen Jahren zu verändern, brauche Übung und Hilfen und es brauche neue Gewohnheiten. Die entscheidenden Fragen seien dabei die nach der Dringlichkeit, dem Ziel und der Umsetzung. Für Veränderungen müsse man sich auch selbst ändern. Das Wir-Gefühl gebe es nicht, ohne dass man miteinander darüber spreche.

Alle Teilnehmer des Fachtags erhielten nach diesem ermunternden Vortrag Tanja Köhlers Buch "Das Jahr, als ich anfing, Dudelsack zu spielen" als Geschenk der Stiftung überreicht, sogar mit Widmung der Autorin. Doch Zeit zum Lesen bot der Fachtag selbst noch nicht, denn es ging mit drei Workshops weiter, die alle Teilnehmer wechselweise mitmachten.

Referentin Tanja Köhler vertiefte in einem Workshop das Gehörte aus ihrem Vortrag und zeigte an praktischen Beispielen der Teilnehmer, welche Übungen und Fragen die Mitarbeiterin oder das Team in ihrer Situation weiterbringen können. Im Workshop der Pflegedienstleiter Patric Kreszan aus St. Konrad Zimmern und Susanne Donderer aus St. Veronika Dunningen wurde der Prozess des Beschwerdemanagements vorgestellt und anhand praktischer Fallbeispiele Lösungsstrategien diskutiert. Pflegedienstleiterin Carmen Conrad aus dem Luise-Poloni-Heim Tübingen sprach mit den Teilnehmern in ihrem Workshop über die Feedbackkultur und den Umgang mit Lob und Kritik. Sie zeigte auch auf, wie verschiedene Formulierungen als Kommunikationsblocker oder als Kommunikationsförderer wirken.

Mit Handzetteln aus den Workshops und dem Buch ausgerüstet, können die Teilnehmer nun die Impulse des Pflegefachtags in ihrem Alltag weiterverfolgen.