07.05.2018

Kultusministerin Eisenmann im Taubblindenzentrum Heiligenbronn

Ministerin Eisenmann beobachtet den Unterricht von taubblnden und hörsehbehinderten Schülern

Kultusministerin Susanne Eisenmann (rechts) erlebt im SBBZ Sehen Heiligenbronn die Förderung von taubblinden und hörsehbehinderten Schülern wie hier bei der siebenjährigen Luisa.

Der 19-jährige taubblinde Schüler Michail (vorne) hat sich verschiedene Kommunikationsformen angeeignet. Die Ministerin lässt sich von Abteilungsleiterin Beate Schork das Lorm-Handalphabet erklären. Links der Leiter der Stiftungs-Behindertenhilfe, Roland Flaig. Fotos: stiftung st. franziskus heiligenrbonn

Schramberg-Heiligenbronn.
Die Arbeit mit taubblinden und hörsehbehinderten Menschen kennen lernen wollte die baden-württembergische Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann bei ihrem Besuch in der stiftung st. franziskus heiligenbronn. Und war beeindruckt: "Eine herausragende Arbeit, die Sie machen" lautete ihr Resümee nach dem Besuch im Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) Sehen.

Ein pädagogisches Feld, das sie noch überhaupt nicht kenne, sei die schulische Bildung für Kinder und Jugendliche mit Taubblindheit, bekannte die Landesministerin für Kultus, Jugend und Sport. Das wolle sie ändern und habe sich "quasi selbst eingeladen". Die Stiftung in Heiligenbronn mit ihrem Kompetenzzentrum für Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung, dem einzigen in Baden-Württemberg, empfing sie und Ministerialrat Sönke Asmussen natürlich bereitwillig. Vorstand Dr. Michael Wollek freute sich über das Interesse und überreichte bei der Begrüßung ein Geschenk aus der Stiftung, das voll auf die Vorlieben der Ministerin passte: Leberwurst, Nudeln und Schokolade aus eigener Produktion.

Roland Flaig, Leiter der Stiftungs-Behindertenhilfe, führte aus, wie es zum Aufbau einer solchen Spezialeinrichtung kam und wer zu diesem Personenkreis zählt. Die Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn mit ihrem SBBZ betreue aktuell über 150 Kinder und Jugendliche mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung. Davon besuchen 27 die Schule in Heiligenbronn, 130 werden dezentral durch die Sonderpädagogische Beratungsstelle im ganzen Land begleitet. Das Kompetenzzentrum macht darüber hinaus auch spezifische Angebote für Erwachsene.

In drei Kurzvorträgen der Sonderschullehrerinnen Elisa Keesen und Ulrike Broy-Schwenk und der Taubblindenbeauftragten Dr. Andrea Wanka erhielt die Ministerin Einblick in wissenschaftliche und pädagogische Fragestellungen dieser Arbeit. Die Referentinnen verdeutlichten, dass eine spezielle Fachlichkeit für die Förderung und Bildung dieser Kinder und Jugendlichen wichtig sei und schon der Zugang zur Welt der Sprache eine elementare Aufgabe darstelle. In einem internationalen EU-Projekt unter Leitung der stiftung st. franziskus heiligenbronn wurde ein Mitarbeiterschulungsprogramm hierfür entwickelt, das 2019 erstmals starten soll.

Für Susanne Eisenmann steht außer Frage, wie sie äußerte, dass hoch qualifizierte Fachleute benötigt würden und interessierte sich auch dafür, wie die Eltern als Nicht-Fachleute hier einbezogen würden.

Der Gang in ein Klassenzimmer mit Erläuterungen der Abteilungsleiterin Beate Schork gab der Ministerin auch einen praktischen Einblick in den Unterricht und die Entwicklungsmöglichkeiten für Schüler mit Taubblindheit. Drei Schüler im Alter von sieben, 19 und 22 Jahren zeigten dabei in Kommunikation mit ihrer jeweiligen Lehrerin den Einsatz von körpernahen Gebärden und Spracherwerb über visuelle Mittel, das Erlernen von taktilen Gebärden, Lormen und Blindenschrift sowie die Kommunikationsfähigkeit über Gebärden. Der Schüler Abdullah Noor, der im Sommer seine Schulzeit beenden wird, gebärdete der Ministerin selbst mit Übersetzung von Lehrerin Monika Klaus in Lautsprache, wie sein Lebens- und Schulweg war und wie seine Zukunftspläne mit Ausbildung in der Werkstatt für sinnesbehinderte Menschen und Mitarbeit in der Landwirtschaft sind.

In einem Austausch zum Abschluss des Besuchs bekräftigte die beeindruckte Kultusministerin die Bedeutung solcher Sonderpädagogischer Zentren auch in Zeiten der Inklusion: "Wir brauchen sie zwingend." Wichtig sei dabei das Wahlrecht der Eltern. Dem Kollegium dankte sie für seinen Einsatz.

Christine Dörrer, Mutter der siebenjährigen hörsehbehinderten Schülerin, unterstrich, welche Entwicklungssprünge ihre Tochter, die zuvor in anderen Einrichtungen betreut worden war, mit der Förderung hier im Taubblindenbereich des SBBZ Sehen gemacht habe.

Kontakt

Leiter Referat Kommunikation

Harald Blocher

Telefon: 07422 569-3305

E-Mail: harald.blocher(at)stiftung-st-franziskus.de

 

Leiter Referat Kommunikation

Ewald Graf

Telefon: 07422 569-3306

E-Mail: pressestelle(at)stiftung-st-franziskus.de

 

 

stiftung st. franziskus heiligenbronn

Kloster 2

78713 Schramberg-Heiligenbronn

 

Telefax: 07422 569-3300